Der wunderbare Klang glitzernder Staubkörner

Heute gibt es keinen Kuchen, keine Torte und auch keinen neuen Reisebericht. Heute möchte ich mit euch eine ganz bestimmte Liebe teilen – die Liebe zu Petticoatkleidern, Schallplatten und natürlich zu Elvis ❤ Kennt ihr den magischen Klang von kleinen Staubkörnern?

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So lassen sich die milden Sommertage genießen

Muss ich mich mit 19 Jahren schon als alt bezeichnen oder bin ich einfach anders als die Jugendlichen heutzutage? Ich weiß es nicht, was ich jedoch sagen kann ist: Die meisten Jugendlichen  haben keine Ahnung vom Klag der Musik. Ich möchte wirklich nicht die Charts runtermachen, doch die meisten dort befindlichen Songs basieren auf drei Grundtönen, die sich immer wieder wiederholen, gefolgt von Beats und technisch erzeugten Klängen. Dazu wird in den Clubs „gehüpft“ und gesoffen. Ich gebe zu, hüpfen kann man echt gut zu diesen Liedern und ich mache dies ab und an auch gerne, aber wo kann ich heute noch richtig tanzen?

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Vinyl – das schwarze Gold, das Klang und Tanz vereint

Neulich traf ich in der Stadt auf ein junges Mädchen, ich schätze sie auf 13 Jahre. Natürlich war sie geschminkt, als wäre sie schon 16 Jahre alt und sie trug ein T-shirt, welches vor einiger Zeit in den Läden einer bekannten Modefirma hing, zusammen mit Shirts von Kiss, Queen und den Rolling Stones. Auf ihrem T-shirt war das verblichene Abbild Elvis‘. Ich kam nicht drum herum und fragte sie, wer das auf ihrem T-shirt wohl sei. Sie antwortete: „So’n retro Typ halt… keine Ahnung wie der heißen soll…“. Ich war baff! Ich sagte ihr, dass der hübsche Mann auf ihrem Shirt Elvis heißt und ein berühmter Musiker war. Ich gab ihr den Tipp ihn zu „googlen“ und sich ein Lied von ihm anzuhören. Ich musste noch lange über diese Begegnung nachdenken. Werden diese Künstler irgendwann ganz in Vergessenheit geraten, oder weiß nur der Mainstream nicht mehr wer sie waren?

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Jetzt aber weg mit dem Staub und an die Platte

Gerade ertönt bei mir „Yesterday“ von den Beatles – auch eine sehr tolle Band! Ich spüre die Musik förmlich, sie ist hier bei mir im Raum, ich höre die Gitarrenklänge als würden sie für mich spielen und ich fühle das Kribbeln ihrer Stimmen in meinem Füßen, die sich zur Musik bewegen. Wo kann man heute noch Standard, Latein oder Rock’n’Roll tanzen, außer auf privaten Partys? Wo kann ich den Klang dieser alten Lieder noch hören, außer auf meinem eigenen Plattenspieler?

Erst vor Kurzem war eine Beatles Ausstellung in der Stadt, mit ihren Gitarren, der Musik und den Kostümen. Ich konnte die „alten“ Menschen beobachten, wie sie mit einem Glitzern in den Augen die Kopfhörer aufsetzen und sich in längst vergessene Zeiten zurück träumten. Aber auch junge Leute, die interessiert näher traten, um die Dinge näher anzuschauen und zu hören. Viele gingen unverändert weiter, einige waren erstaunt über die Klänge, die in ihre Ohren schwebten. Ich hätte stundenlang dort sitzen und die Menschen beobachten können, doch ich musste weiter – gezogen von den Maßen mit Smartphones, Menschen die nicht aufsehen und denen kein Gruß entwischt, hier lebt jeder in seiner ganz eigenen Welt.

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Jetzt aber zum eigentlichen Thema meines Post – zum wunderbaren Klang von glitzernden  Staubkörnern. Kennt ihr den Klang vom Rand der Schallplatte, wenn sie noch nicht richtig angefangen hat oder zwischen jedem Lied? Das ist die wahre Schönheit einer Platte und der Grund ihres ganz besonderen Klanges. Weder auf CD noch in digitaler Version ist es möglich, diesen Klang zu hören, das ist ganz allein der Charakter einer Platte. Und auch der schon erwähnte räumliche, hautnahe Klang ist eine Charaktereigenschaft. Viel zu wenige Menschen schätzen diesen Klang meiner Meinung nach. Doch ich scheine nicht mehr so allein mit meinen Ansichten zu sein. Denn immer mehr neue Alben kommen auch auf LP’s raus, immer mehr Menschen greifen wieder zur Charakterstarken Platte. Diese Bewegung finde ich außerordentlich toll – retro ist das neue cool !? Wie dem auch sei, ich werde demnächst wieder einen staubigen, alten Plattenladen aufsuchen und mich mit glitzernden Augen von den Klängen der Musik entführen lassen. Bist du dabei?
Eure Marie

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